Brandschutz für Prüfstände, Turbinen und Generatoren
Auf Prüfständen und in Maschinenhäusern treffen heiße Oberflächen, Kraftstoff, Öl und viel Elektrik aufeinander. Ein Leck an einer Kraftstoff- oder Ölleitung reicht für einen schnellen, heißen Brand. Weil die Anlagen teuer und oft unbesetzt sind, werden sie meist mit automatischen Löschanlagen geschützt.
Typische Brandgefahren
- Austretender Kraftstoff, Hydraulik- oder Schmieröl an heißen Abgas- und Turbinenteilen
- Elektrische Fehler an Generator, Umrichter und Schaltanlagen
- Brennbare Dämmungen und Ablagerungen in Einhausungen
Branderkennung
- Flammenmelder – erkennen Kraftstoff- und Ölbrände in Sekunden
- Thermische Auslöseelemente (Übertemperaturschalter mit Thermoeinsatz), z. B. von ESTI wie SK 10 – für explosionsgefährdete Bereiche gibt es Ex-Ausführungen wie EX 03
- Wärme- und Rauchmelder bzw. Rauchansaugsysteme in Einhausungen und Nebenräumen
- Gaswarnanlagen für Kraftstoffdämpfe
Welche Löschtechnik kann man einsetzen?
Es gibt nicht die eine richtige Lösung – was passt, hängt von Raum oder Einhausung, Personenaufenthalt, Kraftstoff, Rückzündungsgefahr und Versicherer ab. In Frage kommen unter anderem:
- CO₂-Löschanlagen im Flutungsverfahren für dichte Prüfzellen und Turbineneinhausungen
- Inertgas-Löschanlagen
- Hochdruck-Wassernebel – kühlt heiße Teile und ist für Personen unkritischer
- Schaum- oder Sprühwasseranlagen, z. B. für Kraftstoff- und Öllager
- Objektlöschanlagen für einzelne Aggregate und Schaltschränke
Personenschutz
Prüfstände werden zum Rüsten und für Messungen betreten. Bei Gaslöschanlagen sind deshalb Alarmierung, Vorwarnzeit, Sperreinrichtungen und klare Abläufe beim Betreten nötig – CO₂ ist in Löschkonzentration lebensgefährlich. Wichtig ist auch, dass Lüftung und Kraftstoffzufuhr bei Alarm automatisch abgeschaltet werden.
Häufige Fragen
Ist CO₂ für einen Motorprüfstand die richtige Wahl?
Es ist eine verbreitete Lösung, aber nicht die einzige. Je nach Personenaufenthalt und Prüfling können auch Inertgas, Wassernebel oder Kombinationen passen.
Was ist bei Notstromaggregaten zu beachten?
Aufstellraum, Kraftstofflager und Abgasführung gehören ins Brandschutzkonzept. Je nach Größe und Versicherer kommt eine Löschanlage für den Aggregateraum in Frage.
Fachbetriebe im Verzeichnis
Weiterlesen
- CO₂-LöschanlageWie CO₂-Löschanlagen funktionieren, Hochdruck oder Niederdruck, typische Einsatzbereiche und was beim Personenschutz gilt (VdS 2093, DGUV 205-026).
- Inertgas-LöschanlageInertgas-Löschanlagen mit Stickstoff, Argon oder Gemischen (IG-100, IG-01, IG-55, IG-541):
- Wassernebel-LöschanlageWassernebel-Löschanlagen: Wirkung feinster Tropfen, Hochdruck und Niederdruck, geringer Wasserverbrauch, Einsatzbereiche bis Batteriespeicher, Normen …
Quellen
- Turbomachinery Magazine – Fire suppression for combustion turbines in enclosures
- CWS – CO₂-Löschanlagen (Hoch- und Niederdruck, u. a. Gasturbinen)
- VdS 2093 – Feuerlöschanlagen mit Kohlenstoffdioxid, Planung und Einbau (DIN Media)
- DGUV Information 205-026: Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Einsatz von Feuerlöschanlagen mit Löschgasen
- ESTI-Apparatebau Thielmann, Berlin – Übertemperaturschutz (u. a. SK 10, EX 03, ESTI-Patrone)
- ESTI – Übertemperaturschutz SK 10 1/U (Datenblatt)
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