CO₂-Löschanlage: Funktion, Einsatz und Personenschutz

Kohlendioxid (CO₂) löscht schnell, rückstandsfrei und leitet keinen Strom. Deshalb schützt es seit Jahrzehnten Maschinen, Schaltanlagen und Bereiche mit brennbaren Flüssigkeiten. In der Konzentration, die zum Löschen nötig ist, ist CO₂ allerdings für Menschen lebensgefährlich – jede Anlage braucht deshalb ein konsequentes Sicherheitskonzept.

So funktioniert eine CO₂-Löschanlage

Die Löschwirkung beruht auf der schnellen Verdrängung des Sauerstoffs am Brandherd; die Kühlwirkung ist gering. Erkennt die Brandmeldetechnik einen Brand, werden Personen alarmiert, und nach einer Verzögerungszeit strömt das CO₂ über Rohrleitungen und Düsen in den Schutzbereich.

CO₂ kann einen ganzen Raum fluten (Raumschutz) oder gezielt ein einzelnes Objekt wie eine Maschine oder einen Prüfstand schützen (Objektschutz).

Hochdruck oder Niederdruck?

  • Hochdruck: CO₂ lagert druckverflüssigt in Stahlflaschen bei rund 56–60 bar – bewährt für kleine und mittlere Schutzbereiche, modular erweiterbar.
  • Niederdruck: CO₂ lagert in einem isolierten, auf etwa −20 °C gekühlten Behälter bei rund 20 bar – platzsparend bei großen Mengen (etwa ab 3.000 kg) oder vielen Schutzbereichen aus einem Vorrat.

Typische Einsatzbereiche

  • Schalt- und Steueranlagen, Transformatoren, Kabelböden und -schächte
  • Turbinen, Motorenprüfstände, Walzgerüste und Druckmaschinen
  • Werkzeugmaschinen sowie Lackier- und Pulverbeschichtungsanlagen
  • Gefahrstofflager und Silos

Personenschutz hat Vorrang

Nach DGUV Information 205-026 ist ab etwa 5 Vol.-% CO₂ mit Gesundheitsschäden zu rechnen, über 8 Vol.-% besteht Lebensgefahr – die Löschkonzentration liegt deutlich darüber. Zur Anlage gehören deshalb Alarmierung, Vorwarnzeit, Kennzeichnung, Unterweisung und klare Zugangsregeln; Personen müssen den Bereich vor der Flutung verlassen haben. CO₂ ist schwerer als Luft, sammelt sich in tiefer gelegenen Bereichen und muss nach dem Löschen abgesaugt bzw. gelüftet werden.

Wo sich regelmäßig Menschen aufhalten, ist ein anderes Löschgas wie Inertgas oft die bessere Wahl.

Worauf es bei der Planung ankommt

  • Planung und Einbau üblicherweise nach VdS 2093; Personenschutz nach DGUV Information 205-026 bzw. VdS 3518
  • Dichter Raumabschluss und Druckentlastungsklappen für den Überdruck beim Fluten
  • Abschaltung von Lüftung und Strom im Schutzbereich, damit es nicht zur Rückzündung kommt
  • Bei Bedarf eine Reserve-Flaschenbatterie für eine zweite Flutung
  • Batteriespeicher: laut BVES-Leitfaden geeignet, wenn eine unabhängige Prüfstelle die Wirksamkeit nachgewiesen hat (z. B. VdS-anerkanntes Schutzkonzept) – wegen der Personengefährdung nur in unbesetzten Bereichen

Häufige Fragen

Ist eine CO₂-Löschanlage gefährlich?

Für Menschen im Flutungsbereich ja – deshalb sind Vorwarnung, Flutungsverzögerung und Zugangsregeln vorgeschrieben. Richtig geplant und betrieben ist CO₂ ein sehr wirksames Löschmittel für unbesetzte Bereiche.

Hinterlässt CO₂ Rückstände?

Nein. CO₂ verdampft vollständig und leitet keinen Strom. Nach dem Lüften kann der Betrieb meist schnell weitergehen.

Wann ist Inertgas die bessere Wahl?

Wenn Menschen sich regelmäßig im Schutzbereich aufhalten oder ein umweltneutrales Löschmittel gewünscht ist. Welches Gas passt, hängt vom Objekt ab – wir beraten Sie dazu kostenlos.

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Quellen

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Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Fachplanung. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Normen, Richtlinien und behördlichen Vorgaben. Fachlich geprüft von Thomas Wald, Stand 20.10.2026.