Flammenmelder: UV, IR und Mehrspektral für schnell entstehende Brände

Brennen Flüssigkeiten oder Gase, entsteht in Sekunden eine offene Flamme – oft ohne viel Rauch. Rauch- und Wärmemelder sprechen dann zu spät an. Flammenmelder erkennen die ultraviolette oder infrarote Strahlung der Flamme direkt und über große Entfernung. Sie steuern häufig Löschanlagen an, etwa in Lackieranlagen oder an Turbinen.

Wie Flammenmelder arbeiten

  • UV-Melder: reagieren auf den ultravioletten Anteil der Flamme – sehr schnell, aber anfällig für Schweißlicht und Blitze
  • IR-Melder: werten den infraroten Anteil aus, vor allem die CO₂-Strahlung brennender Kohlenwasserstoffe um 4,3 µm, und das typische Flackern der Flamme
  • Dreifach-IR (IR3): vergleichen mehrere Infrarotbänder – hohe Sicherheit gegen Sonnenlicht, Halogenstrahler und heiße Oberflächen
  • UV/IR-Kombination und Mehrspektral-Melder: werten mehrere Bereiche gleichzeitig aus, um Fehlalarme weiter zu senken; manche erkennen auch Wasserstoff- oder Metallbrände

Normen und Planung

Flammenmelder werden nach EN 54-10 geprüft. Die Norm teilt sie nach Ansprechempfindlichkeit in die Klassen 1 bis 3 ein – vereinfacht nach der Entfernung, aus der ein genormtes Testfeuer erkannt wird (Klasse 1 am weitesten). Viele Geräte lassen sich auf verschiedene Klassen einstellen. In Deutschland erfolgt die Planung nach DIN VDE 0833-2 und den Herstellerangaben, die Errichtung im Rahmen der Brandmeldeanlage nach DIN 14675.

Entscheidend für die Planung sind das Sichtfeld des Melders (oft rund 90°), freie Sicht auf den Gefahrenbereich, der zu erwartende Brandstoff und mögliche Störquellen wie Sonnenlicht, Schweißarbeiten oder Reflexionen. Die Reichweiten der Hersteller hängen stark von Testfeuer und Klasse ab und sind nicht direkt vergleichbar.

Typische Einsatzbereiche

  • Lager und Umfüllstellen für brennbare Flüssigkeiten und Gase
  • Lackier- und Pulverbeschichtungsanlagen
  • Turbinen, Motorenprüfstände, Kraftwerke und Transformatoren
  • Chemie, Petrochemie und Tanklager – mit explosionsgeschützten Geräten
  • Flugzeughangars und Hallen mit großen offenen Flächen
  • Wasserstoffanlagen, Ladestationen und Batteriespeicher (mit dafür geeigneten Meldern)

Systeme am Markt (Auswahl)

  • Minimax: UniVario FMX5000 IR (Dreifach-IR) – auch bei ESSER als UniVario erhältlich
  • Honeywell/ESSER: UV/IR- und Dreifach-IR-Melder, z. B. FSL100
  • Bosch: IR3-Flammenmelder, auch für Ex-Zonen
  • Emerson: Rosemount-Flammenmelder für Industrie und Ex-Bereiche
  • Viele weitere Hersteller, besonders für Öl-, Gas- und Chemieanlagen

Häufige Fragen

Wann braucht man Flammenmelder statt Rauchmelder?

Wenn ein Brand sehr schnell und mit offener Flamme entsteht – bei brennbaren Flüssigkeiten und Gasen – oder wenn Rauch durch Höhe, Wind oder Abluft nicht zuverlässig beim Melder ankommt. Für Schwelbrände, z. B. in Papier oder Kabeln, sind Flammenmelder dagegen ungeeignet.

Lösen Schweißarbeiten oder Sonnenlicht Flammenmelder aus?

Einfache UV-Melder reagieren empfindlich auf Schweißlicht. Moderne Dreifach-IR- und Mehrspektral-Melder unterscheiden Flammen sehr zuverlässig von Störquellen. Trotzdem gehören Schweißarbeiten im Überwachungsbereich in die Abstimmung mit dem Betreiber (z. B. Abschaltung während der Arbeiten).

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Quellen

Normen und Richtlinien sind kostenpflichtig; verlinkt ist jeweils die Bezugsquelle. Aktuelle Ausgaben und Fristen: Normen und Regeln.

Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Fachplanung. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Normen, Richtlinien und behördlichen Vorgaben. Fachlich geprüft von Thomas Wald, Stand 21.10.2026.